Schon Camillo Sitte, Gründer der HTL, führte eine Abteilung für künstlerisches Schaffen ein – damals, im Schuljahr 1877/78 die Abteilung für Photographie und Reproduktionsverfahren.
Viel zu wenig bekannt ist die Rolle der HTL-Salzburg als Hort der Kunst in den Kriegstagen. Von Bedeutung war der berufliche Unterschlupf, den die Schule dem Maler Max Pfeiffer Watenphul bot. Er prägte die traditionelle Malkultur Salzburgs über Jahrzehnte.
Im August 1946 wurde durch das Ischler Programm (eine Versammlung von Direktoren und Fachvorständen in Bad Ischl) eine dreijährige Kunstgewerbeabteilung einstimmig ins Leben gerufen. Die Schüler sollten als Entwerfer für die Industrie eine schöpferische Tätigkeit erlernen.
Die erste Klasse dieser Abteilung begann im Schuljahr 1947/48 mit der Ausbildung. Es wurden als Schwerpunkte die Fächer Keramik und Textil angeboten. Keramik wurde nach einigen Jahren aber wegen immer weniger werdender Anmeldungen aufgelassen. Die Vertiefung Textil festigte sich hingegen.
Da die Abgänger der Kunstgewerbeabteilung keine Begünstigungen in gewerblicher Hinsicht und in bezug auf Studien an Höheren Schulen erhielten, wurde wie an anderen Textilschulen auch, eine Gesellenprüfung eingeführt. Die Erste wurde 1958 durchgeführt und es stellte sich heraus, dass die Leistungen überdurchschnittlich waren und die Prüflinge jenen aus dem Gewerbe um Nichts nachstanden.
1960 wurde Anton Fritsch der neue Direktor, welcher die Kunstgewerbeabteilung stark förderte, womit noch ausgezeichnetere Ausbildungserfolge verzeichnet werden konnten. Zudem kamen durch Industriespenden die ersten mechanischen Webstühle zum Einsatz. 1962 wurde die Abteilung dann in Fachschule für Textilhandwerk, Fachrichtung Weberei umgenannt und zu einer vierjährigen Ausbildung erweitert. Die Zulassung zur Gesellenprüfung war von da an nicht mehr nötig – die Gewerbeberechtigung und Studienbegünstigung fand in einem neuen Gesetz Berücksichtigung.
Die erste Abschlussprüfung in dieser neuen Richtung fand im Schuljahr 1966/67 statt.
Wegen der anhaltenden Raumnot wurden neue Räume eingerichtet, darunter auch ein zusätzlicher Werkstättenraum, der 1970 eröffnet wurde. In folgenden Schuljahren wurde eine computergesteuerte Jacquardmaschine installiert, um die Ausbild noch praxisnäher zu gestalten. 1988 wurde die Abteilung wiederum umbenannt, diesmal in Fachschule für Kunsthandwerk. Im Schuljahr 1999/2000 wurde dem bestehenden Ausbildungsschwerpunkt Textil ein weiterer hinzugefügt – Mediendesign ist seitdem erlernbar.
Seit dem Schuljahr 2006/07 ist der Name der Abteilung Kunst & Design. Seit diesem Zeitpunkt hatte die Fachschule ein Ablaufdatum, denn die Abteilung wurde in eine Höhere Abteilung umgewandelt. Seit diesem Schuljahr ist die Abteilung fünfjährig geführt und schließt mit einer Matura ab. Dadurch wurden die Vertiefungen texDesign und Grafik und Kommunkikationsdesign noch weiter aufgewertet.